Mühlbach nach Toblach
Das Wetter hielt gut durch. Es gab zwar nicht nur Sonnenschein, blieb aber trocken. Der Start hielt gleich 600 Höhenmeter bis Terenten bereit. Kalt war mir also nicht. Aber auch die Abfahrt nach Bruneck war nicht zu kalt. In Bruneck gönnte ich mir den verdienten Kaffee und wir beschlossen, nicht auf der geplanten Route um den Kronplatz zu fahren sondern im Pustertal zu bleiben. Allerdings geht das Pustertal auch auf den letzten 30 km rund 700 m bergauf. Aufgrund der Abkürzung waren wir zeitig in Toblach und konnten gut regenerieren.
Toblach nach Pieve di Cadore
Landschaftlich stand heute die Königsetappe an. Wir entschieden uns auf Schotterpisten die Straßen zu meiden und nutzten wieder Fahrradwege auf einer alten Bahnstrecke. Die Route führte direkt auf den Monte Cristallo zu. So hatten wir viele Kilometer das eindrucksvolle Panorama der Dolomiten vor und neben uns.

Wir umrundeten das Massiv im Osten und erreichten dann Cortina d’Ampezzo. Durch den Ort nutzten wir wieder Fahrradwege und irgendwo bog die Route in eine kleine Straße links ab. Das war der Beginn eines 550 m Anstieges zum Drei Zinnen Pass.
Wir machten ein paar Fotos von den vermuteten drei Zinnen.

Die restlichen 50 km in unsere Unterkunft waren eher unspektakulär, gingen aber hauptsächlich bergab.
Nach Conegliano
Auf der heutigen Etappe verließen wir endgültig die Alpen. Dem Fluss Piave folgend hatten wir anfangs immer wieder phantastische Aussichten auf den unten verlaufenden Fluss. Am frühen Mittag erreichte uns aber ein kräftiges Regengebiet und wir versuchten es bei Kaffee und Kuchen auszusitzen. Das gelang uns allerdings nicht und wir fuhren im strömenden Regen heldenhaft weiter. Die Temperaturen waren so hoch, dass ich keine Regenbekleidung nutzte, sondern mich einfach nass werden ließ. Nach wenigen Stunden war der Regen auch schon vorbei und den letzten Pass der Tour, den Passo San Boldo, konnten wir schon wieder trocken erreichen.

Venedig
Nun blieben uns noch 88 km bis Mestre. Das liegt auf dem Festland und von dort beginnt der ca. 4 km lange Damm nach Venedig. Ich hatte einen Verlängerungstag gebucht, so dass wir zwei Tage in Venedig verbrachten. Den ersten Tag fuhren wir mit dem Bus über den Damm, den zweiten Tag, mit allem Gepäck, mit dem Fahrrad. Noch einmal ein Abenteuer.
Normaler Weise buche ich immer eine Stadtrundfahrt. Das gibt es in Venedig allerdings nicht. Also machten wir am ersten Tag einen Stadtrundgang. Den Espresso auf dem Markusplatz für 18,- EUR heben wir uns nicht gegönnt. Am zweiten Tag sind wir mit den Linienschiffen über die Lagune und durch den Canale Grande gefahren.

Nachmittags kam dann wieder ein Regengebiet, dass ergiebige und langanhaltende Regenfälle brachte.
So warteten wir ca. zwei Stunden in der Busstation auf unseren Flixbus. Dieser brachte uns zurück nach München. Auf der gesamten Fahr regnete es. Leider hatte der Bus keinen Fahrradträger und wir mussten die Fahrräder in den Kofferraum des Busses laden. Für mich hieß das, an jeder Haltestelle mit aussteigen und auf die Fahrräder achten.
Vielen Dank an Gerald, der uns dann ab ca. 3:00 Uhr mit dem Auto von München nach Dresden fuhr. Ich konnte die Augen nicht offen halten und war keine Hilfe.

